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Henry – einem Frisör ist nichts zu „schwör“ Autor: Gaby Gotschke Aus Meerschweinchennachrichten des MFIÖ 1/2005 |
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Das Meerschweinchen des öfteren recht witzige „Stückchen“ spielen ist ja allseits bekannt, was sich allerdings mein Henry geleistet hat, das war wirklich meisterhaft.. Einmal in der Woche ist bei mir Meeri-Check, nach dem Motto, „schau mir in die Augen Kleines“ und „nicht kratzen, sondern waschen“ werden meine Schweinchen auf den Kopf gestellt, um etwaige Probleme möglichst früh zu erkennen. Inbegriffen in diesem Prozedere ist auch das allseits verhasste Nägelschneiden, wobei ich meine Rasselbande zumindest soweit gebracht habe, dass ich ihnen dieselben abknipsen darf, ohne sie vorher „fesseln“ und „knebeln“ zu müssen. Ich mache das immer recht locker, Schweinchen unter den Arm geklemmt, meine Hand unter deren Brustkorb und dann wird ein Nagel nach dem anderen geknipst., verhalten sie sich ruhig bin ich in 20 Sekunden fertig. Ein sehr friedlicher Vertreter bei dieser Knipserei ist mein Henry, ein rot-weißer Rosettenmix, ein Schweinchen aus schlechter Haltung, ein Nottier, geboren irgendwann Anfang 2001. Henry lehnte also in besagter Stellung lässig an mir und ich bearbeitete versonnen seine Zehennägel als ich in meinem Unterbewusstsein registrierte, dass er „knurpste“. Knurps,
knurps, knurps…..ach, dachte ich mir, er frißt Heu und dann erstarrte
ich: Wieso
Heu, er hat doch gar kein Heu! Ich wendete mein Gesicht seinem Kopf zu
und sah ein dickes Haarbüschel von mir, langsam aber stetig in seinem Mäulchen
verschwinden. Ich
ließ den Knipser fallen und griff beherzt and das Ende des Büschels,
natürlich mit dem Vorsatz, ihm diesen, meinen Teil zu entreißen. Pustekuchen….
Er dachte ja gar nicht daran, dieses Büschel wieder herzugeben, mit
zusammengepressten Zähnen und Lippen (er bekam
dadurch ein ganz spitzes Gesicht) machte er mir deutlich, dass er
gedachte es für sich zu behalten. Ich
griff in meine Trickkiste und blies ihn an, worauf er dann voller
Entsetzen das Teil los lies. Ich
hatte so ca. 3 cm Haare von mir in der Hand, mit Henry und dem Haarbüschel
stapfte ich zum nächsten Spiegel und …er hatte ganze Arbeit
geleistet. Er
hatte mir eine dicke Haarsträhne von ca. 10 cm Länge abgebissen und
mir dadurch einen ungewollten Stufenschnitt verpasst.
Ich
nahm Henry in die Höhe, so dass ich ihm in die Augen sehen konnte und
er machte leise „pft pft pft“, so als ob er kichern würde und
irgendwie habe ich mir eingebildet ein schelmisches Grinsen in seinem
Gesicht zu sehen.
P.S. 11.05.2007: Henry lebt immer noch, er ist zwar schon ein alter Herr, aber diese Marotte hat er nicht abgelegt und meine Haare sind immer wieder in "Gefahr".
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