| |
|
 |
| |
|
Bei
der Osteodystrophie handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung der
Knochen. Normalerweise
findet im Skelett ein ständiger Auf- und Abbau der Knochensubstanz,
speziell von Kalzium und Phosphor, statt. Bei der Osteodystrophie wird
den Knochen zwar das Kalzium entzogen, jedoch kein neues eingebaut.
Dessen Platz wird durch weniger stabiles Fasergewebe ersetzt, so dass
die Knochen aufgetrieben werden und das Skelett weich und instabil wird.
|
| |
|
Vor
einigen Jahren stellte sich heraus, dass Satinmeerschweinchen gehäuft
an dieser Osteodystrophie erkranken. Es bestand der Verdacht, dass die
Krankheit erblich bedingt ist und direkt mit der Erbanlage für das
Satinfell zusammenhängt. Ob es tatsächlich so ist, d.h. ob alle
Satinmeerschweinchen betroffen sind, wird nach neuesten Untersuchungen
angezweifelt. |
| |
|
Symptome:
Bei
manchen Satinmeerschweinchen sind vor allem die Oberschenkelknochen
betroffen, bei anderen Schädel
und Kiefer. Das bedeutet, die einen haben zunächst Schwierigkeiten bei
Laufen und versuchen in der Ruhephase die Hinterbeine zu entlasten, die
anderen beim Fressen, manche auch beides.
|
| |
|
Im
Anfangsstadium bemerkt man an den Tieren Gewichtsabnahme bei normalem
Freßverhalten, dann bevorzugen sie hauptsächlich Weichfutter, später
Bewegungsstörungen und hoppelnden Gang. |
| |
|
Bisher
bekannte Ursachen (Fütterungsfehler, Leber- und Nierenerkrankungen,
Mangel an Sonnenlicht) konnten bei den untersuchten Satinmeerschweinchen
ausgeschlossen werden. Die Osteodystrophie ist bei ihnen weder
aufzuhalten noch zu heilen. |
| |
|
Diagnose:
Röntgen
(dazu ist bei Schweinchen nur in Extremfällen eine Narkose indiziert !)
der Hüftgelenke in Rückenlage, wie die HD- Untersuchung beim Hund, röntgen
des Schädels in zwei Ebenen (seitlich und von oben), erniedrigter
Kalzium- (8,2 - 12,0 mg/dl) und erhöhter Phosphorgehalt (3,0 - 7,6
mg/dl)
sowie
eine deutliche Erhöhung der alkalischen Phosphatase (55 - 108 iU/l) im
Blut (normale Blutwerte nach Hillyer/Quesenberry).
|
| |
|
Aussagekräftig
sind zunächst die Röntgenbilder, man findet eine Änderung der
Blutparameter erst nach dem Auftreten klinischer Symptome. Im Röntgenbild
sind als erste Verdachtsmomente die sonst deutlich gezeichneten Ränder
der Knochen verschwunden oder nur verschwommen sichtbar. |
| |
|
Wenn
Satintiere keine Veränderungen zeigen, sollen sie erst im Alter von
etwa einem Jahr geröntgt werden.
|
| |
|
Bei
der Osteodystrophie scheint es sich um einen genetischen Defekt zu
handeln, der rezessiv vererbt wird und der die Kalzium- Resorption
verhindert. |
| |
|
Osteodystrophie
tritt gehäuft im Alter von 1 - 1 1/2 Jahren auf. Nachdem in jüngster
Zeit auch sehr alte Tiere ohne positive Röntgenbefunde untersucht
worden sind, scheint es keine Krankheit aller Satintiere, sondern nur
bestimmter Linien oder Zuchten zu sein. |
| |
|
(Satinmeerschweinchen
sind eine spezielle Zuchtform, die in allen Farben und Felltypen gezüchtet
werden kann. Sie zeichnet sich durch besonders starken Glanz des Felles
aus. Dieser wird dadurch hervorgerufen, dass die einzelnen Haare hohl
sind.) |
|
(Dr. Hermann Wenzel im Juni 2001) |
| |
|
Hier
geht es zum Originalbericht von Dr. Wenzel
|
| |
|
Diese Informationen ersetzten NICHT den Tierarztbesuch !!!! |
|