Critical Care Junkie –  

„Alles meins“

Aus Meerschweinchennachrichten des MFIO 3/2005

Autor: Gaby Gotschke


 

Dank sei dem, der Critical Care erfunden hat und auch demjenigen,

der den weiten Weg über den großen Teich organisierte.

Critical Care, die Überlebensration für alle „nichtfressen-wollende-Schweinchen“ (und andere vegetarischen Kleintiere)

und Zusatzration für rekonvaleszente oder schwache Tiere, einfach um ein bisschen mehr Energie zu tanken.

 

Schweinchens Gesundheit wird ihm meist schon in die Wiege gelegt,

das heißt was Schweinchen als Baby zu Fressen bekommt legt den Grundstein für das weitere Leben.

 

Nun gibt es viele Schweinchen, dessen Grundsteine mehr als porös sind,

deren Baby- und Jugendzeit keine Chance ließen um eine stabile Basis zu schaffen, auf der man aufbauen kann.

 

Ein paar solcher Tiere haben bei mir ein zu Hause gefunden,

ausgesetzt, abgeschoben oder einfach aus schlechter Haltung befreit.

 

Eines dieser Schweinchen ist  Foxi, ein 3färbiger Rosettenbock kastriert,

den ich im September 2001 bei der Ausstellung des MFIÖ von einer Dame in die Hand gedrückt bekommen habe,

 er wurde ausgesetzt gefunden. Er war damals ca. ¾ Jahr alt

und es zeichnete sich vorne bereits eine eigenartige Pfotenhaltung ab.

Sie waren rachitisch, verkrüppelt und er konnte damit nicht gerade auftreten.

 

Das alles störte ihn überhaupt nicht, er wuchs zu einem lebensfrohen Schweinchen heran,

gelehrig, zutraulich, frech und typisch Rosette – ständig am Quasseln.

 

Mit ca. 2,5 Jahren begannen seine Probleme mit den Zähnen, sie fingen an zu wandern,

verschoben sich und es entstand oben, fast in der Mitte des Gaumens

(soweit war ein Backenzahn gekippt) ein Spitz, wie in einer Tropfsteinhöhle.

Wir lernten damit umzugehen,  ihn regelmäßig zum Zähneschneiden zu bringen (Dr. Hochenegg war die Zahnfee)

und er fand einen Weg um mir zu zeigen, dass „dieses Ding da oben wieder stört“.

 

Er kam zum Käfigtürchen und wischte mit der Pfote ein paar mal über sein Schnäuzchen und schaute mich dabei an.

Dann wusste ich genau, dass schnellstens ein Zahntermin fällig ist.

Er erhielt  zwischendurch Critical Care, einfach um ihn ein bisschen Energie zuzuführen,

vor allem nach den Zahnkorrekturen brauchte er 1 – 2 Tage bis er wieder richtig zubeißen konnte.

 

Natürlich lebte Foxi trotz seiner Probleme nicht alleine, seine Partnerin war Nicky,

ein Rex-Mix, eine liebevolle junge Meeridame, die ihn anhimmelte.

Nicky ist verfressen wie ein Staubsauger und zeigt ein gravierendes Suchtverhalten,

sie klaut Critical Care wo es nur geht.

Foxi fraß sein Breichen normalerweise aus einem kleinen Tellerchen, dieses stand auf der 2. Ebene,

dort hinauf traut sich Nicky nicht (ist nicht sehr sportlich die Dame).

Mit zunehmendem Alter wurde Nicky erfinderisch und da sie sich zu einem relativ großen Schweinchen entwickelt hatte,

übte sie den „Spitzentanz“, alle Prima Ballerina um an das Critical Care in der 2. Ebene zu kommen.

 

Letztes mal konnte ich sie problemlos beobachten und traute meinen Augen kaum, was sich da vor mir darbot:

 

Foxi frisst Critical Care, Nicky pirscht sich an

Wäre doch gelacht wenn wir diesen Teller nicht noch ein Stückchen näher bringen.

Noch ein bisschen mehr auf die Zehenspitzen…strecken……

Geschafft, hm, das schmeckt.

 

P.S. Foxi lebte bis 24.10.2005 mit seiner Behinderung bei mir und er hatte richtig Spaß an seinem Leben.

Er hat uns  genau gezeigt, als es nicht mehr ging, weil das Kiefer schon zu sehr in Mitleidenschaft gezogen war

und wir haben ihn dann über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

   

 

Wir wollen damit auch zeigen, daß Zahnschweinchen eine Lebensberechtigung haben,

solange sie ein tiergerechtes Leben führen können. d.h. nicht von der ausschließlichen

"Päppelung" des Menschen abhängig sind.

 

Critical Care gibt es übrigens bei uns, wir haben immer eine kleine Lagerhaltung für kranke Schweinchen,

einfach  nachfragen, nähere Infos schicken wir gerne per Mail.


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Medizinische Beratung: Dr. Hermann Wenzel/Deutschland - Ehrenmitglied des MFiÖ

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