Fütterung der Meerschweinchen

Die Fütterung im Einzelnen

Der tägliche Energiebedarf für ein ausgewachsenes Meerschweinchen beträgt je nach Leistung 120-150 kcal pro kg KM. Dieser Bedarf entspricht einer Nahrungsaufnahme von etwa 8 % des eigenen Körpergewichtes, das sind 80 g Futter pro Tag für ein 1 kg schweres Schweinchen.

Fütterung

Grundfuttermittel für Meerschweinchen ist das Heu. Gutes und sauberes Heu muss ganztägig in ausreichender Menge zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen.

Bevorzugtes Essen der meisten Schweinchen aber ist Grünfutter. Es schmeckt gut, enthält alle wichtigen Nährstoffe und macht nicht dick. Es darf und soll also reichlich angeboten werden. Dazu zählen in Frühjahr und Sommer vor allem Gras, viele Wiesenkräuter (Wegerich, Giersch, Schafgarbe), Maisblätter und die absolute Leibspeise, der Löwenzahn. Dieses Futter sollte nicht nass sein, sondern richtig trocken. Die Tiere können sonst davon Fehlgärungen bekommen, die sich in Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen äußern. Man sollte darauf achten, dass Gras nicht an Straßenrändern oder Plätzen gepflückt wird, an denen andere Tierarten ihre Geschäfte hinterlassen. Obst und Gemüse kann man gründlich waschen oder, wenn man ganz sicher gehen will, schälen.

Wenn diese Basisfütterung mit kleinen Mengen an Karotte, Apfel, Fenchel, anderem frischen Obst und Gemüse ergänzt wird, bekommen Meerschweinchen alles, was sie zum Leben brauchen. Zusätzlich kann man den Tieren Zweige von Birke, Apfel und Haselnuss auch mit Blättern oder Fichten- und Tannenzweige zum Knabbern anbieten, die letztgenannten sollten allerdings keine harzigen Substanzen enthalten.

Fütterung

Leider gibt es viel zu viele Monate im Jahr, in denen dieses Grünfutter nicht zur Verfügung steht. Prinzipiell können dann alle Salate angeboten werden, die wir als Tierhalter selbst auch essen. Endivien-, Eis-, Römer- und Feldsalat können das Gras ersetzen, als Beilagen werden Petersilie und Dill sehr geschätzt, die allerdings - wie auch in der menschlichen Ernährung- nur in Kleinmengen gegeben werden sollten.

Kräuter
Wenn im Futter ein paar frische Wiesenkräuter zu finden sind, ist das erwünscht. Getrocknete Kräuter können bedenklich sein, sie enthalten oft gewaltige Mengen an Mineralstoffen und sollten deswegen tatsächlich nur zum Würzen, nicht aber als Futter angeboten werden.

Fütterungsfrequenz
Meerschweinchen nehmen in der Natur etwa 60-80 mal am Tag Nahrung in kleineren Portionen auf. Diese Fütterung lässt sich natürlich beim Hausmeerschweinchen nicht nachvollziehen. Optimal wäre es, rund um die Uhr Heu und zusätzlich kleine Mahlzeiten anzubieten.

Fütterung

Trockenfutter
Die meisten Zusatzfutter werden von den Tierbesitzern mit dem Auge gekauft und so werden diese hübsch farbigen Mischungen favorisiert. Meerschweinchen sind aber sehr wählerische Esser und so klauben sie sich ihre farbigen Lieblingsbestandteile aus dem Futternapf heraus. Die eigentlichen Pellets bleiben oft unversehrt. Deshalb sollte die Einpellet-Fütterung bevorzugt werden, davon enthält jeder Bissen die eingemischten Bestandteile.

Warum kann Trockenfutter schädlich sein
Es wird zerbissen und abgeschluckt aber nicht zermahlen, das verhindert den Zahnabrieb! Es wirkt wegen der hohen Energiedichte und dem großen Volumen stark sättigend, so dass zu wenig Heu aufgenommen wird, das schränkt ebenfalls den Zahnabrieb ein. Es enthält hohe Mengen an Kohlenhydraten, die zu Zucker abgebaut werden und dadurch die Darmflora schädigen können. Von Trockenfutter sollte deswegen für ein erwachsenes Tier maximal 10 g am Tag angeboten werden.

Vitaminzusätze
Ein gesundes Meerschweinchen braucht keine zusätzlichen Vitamingaben, da die Vitamine im Grünfutter in ausreichender Menge enthalten sind. Bei kranken, rekonvaleszenten oder Zucht-Tieren kann, besonders im Winter, eine Vitaminzufuhr erforderlich sein. Vitaminzusätze zu Futter oder Tränke sollten möglichst wenig Zucker enthalten, generell ist es besser, auf Gemüse wie z.B. Paprika, Petersilie und Salate als Vitaminlieferanten zurückzugreifen.

Fütterung

Trinken
Der Tagesbedarf für Meerschweinchen liegt bei 80-100 ml Flüssigkeit pro kg KM. Die meisten Schweinchen nehmen genügend Flüssigkeit über die Nahrung auf. Trotzdem muss stets sauberes Trinkwasser zur Verfügung stehen. Jede Beschränkung der Wasseraufnahme kann eine reduzierte Futteraufnahme zur Folge haben bzw. es kann zu einer Anschoppung (Verdickung) des Dickdarminhaltes kommen. Ein weiteres Risiko einer ungenügenden Wasseraufnahme besteht in der Gefahr der Harnsteinbildung. Die Wasseraufnahme kann durch ein Angebot von Saftfutter (Gras, Löwenzahn, Salat, etc.), mischen des Trinkwassers mit etwas Apfelsaft oder dem Wasserangebot in Schalen erreicht werden. Es wurde in einer Studie nachgewiesen, dass Meerschweinchen signifikant mehr Wasser aufnehmen, wenn sie aus Schalen trinken können. Die Wasserschalen müssen im Gegensatz zu Nippeltränken 2-3 x täglich gesäubert werden. Wenn die Trinkschalen erhöht aufgestellt sind, verschmutzen sie im Übrigen nicht so leicht. In Trinkflaschen setzen sich schnell Bakterien und Algen fest, diese sind oft nicht sichtbar und können Darmprobleme nach sich ziehen.

Futterumstellung
Vorsicht bei allen plötzlichen Futterumstellungen! Zur Verdauung jeder Futterkomponente sind spezielle Bakterien nötig, die miteinander ein labiles Gleichgewicht bilden. Man sollte deshalb niemals von heute auf morgen das Futter wechseln, sondern neue Futtermittel zunächst in steigender Menge dem gewohnten Essen zufügen, die Tiere also langsam an eine geänderte Ernährung gewöhnen.

Schlussbetrachtung

Die Fütterung von Meerschweinchen ist relativ einfach, man darf nur nicht den Fehler machen, sie mit menschlichen Maßstäben zu messen. Zur artgerechten Ernährung benötigen die Tiere Heu und sauberes Trinkwasser zur freien Verfügung, zusätzlich kleinere Mengen an Grünfutter. Damit nehmen gesunde Meerschweinchen alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge auf. Betrachtet man die Vielzahl der im Fachhandel angebotenen Futtermittel und Leckereien gilt: „weniger ist mehr“ (weniger hoch energiereiches Futter ist mehr Gesundheit).

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23.11.2013

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