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Liebe
Meerschweinchenfreunde, |
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nicht
alle Durchfallerkrankungen sind durch falsches Futter begründet, hin und
wieder hat hier noch ein „Anderer“ seine „Hände“ im Spiel.
Nachdem
ich bei einem Neuzugang Bekanntschaft mit dieser „Nervensäge“ machen
konnte, möchte ich Euch gerne darüber erzählen:
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| Kokzidien
bei Meerschweinchen |
| Kokzidien
sind einzellige, tierische Organismen (Protozoen) und gehören zu der
Gruppe der Endoparasiten (Innenschmarozer.
Parasiten, die im Innern ihres Wirtes leben.).
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| Sie
befallen die Darmschleimhaut von Wirbeltieren, in seltenen Fällen auch
die Leber.
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Die
Symptome sind oft unauffällig; bei hochgradigem Befall und starker
Parasitenvermehrung im Darmtrakt besonders
bei Jungtieren wässriger bis
blutiger Durchfall, Anämie und Apathie. Gelegentlich
wird ein aufgeblähtes
Abdomen (Bauch) gesehen.
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| Es
kann sein, dass ein Meerschweinchen Träger dieser Kokzidien ist und
keinerlei Symptome aufweist, bei Streß, und einem verminderten
Immunsystem, wie z.B. Vergesellschaftung, die Symptome aber dann
voll zum Ausbruch kommen. Auch geht von diesen "Trägertieren"
eine Ansteckungsgefahr für alle anderen aus. |
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Aus
diesem Grund (und nicht nur diesem) kommt der Quarantäne bei Neuerwerb
von Meerschweinchen eine große Bedeutung zu, wobei auch eine
Kotuntersuchung beim Tierarzt sinnvoll ist. Der
Kot wird zentrifugiert
und auf einen Mikroskopträger aufgebracht, darauf
kann man die Einzeller sehr gut erkennen.
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Es
gibt verschiedene Infektionsmöglichkeiten, z.B. Haltung unter
mangelhaften Hygienebedingungen, über Futter (auch biologisches Futter
kann Träger sein), Futtertiere usw. Die
Kokzidien werden mit dem Futter aufgenommen, ausgeschieden und nachdem
Meerschweinchen ihren eigenen Kot fressen, wieder aufgenommen. Hier ist
ein Kreislauf vorhanden den es gilt zu durchbrechen.
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Zuerst
einmal wird der Käfig und dessen Inneneinrichtung vollkommen ausgeräumt
und mit einem guten Desinfektionsmittel gereinigt. Dann
werden alte Tücher eingebreitet und darauf Küchenrolle, alles wird
mehrmals am Tag gewechselt. Man
beginnt eine Sulfonamid-Behandlung mit Toltrazuril (das momentan beste
Mittel für Meerschweinchen) welches 3 Tage eingegeben wird, 3 Tage Pause
und dann wieder 3 Tage Eingabe.
Das
Mittel sollte direkt oral verabreicht werden, da die oftmalig empfohlene
Eingabe per Trinkwasser aufgrund von nicht trinkenden Meerschweinchen
nicht genügend Behandlungserfolg gewährleistet.
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Bei
Durchfall sollte das Tier auf Heu-Wasser Diät gesetzt werden, um
die bereits angegriffene Darmflora nicht noch mehr zu belasten. Wichtig
ist, dass sämtliche Käfiggegenstände (auch Futterschüssel) täglich
desinfiziert werden.
Um
die Darmflora wieder aufzubauen, ist eine Behandlung mit -Bene-Bac-Pulver
oder Enteroferment-Pulver mit einem Zeitabstand von 2 Stunden zu der
Sulfonamid-Gabe zielführend.
Eine
nochmalige Untersuchung des Kotes durch den Tierarzt ist nach ca. 17 Tage
sinnvoll.
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Nach
der abgeschlossenen Behandlung mit Toltrazuril und nachdem das
Meerschweinchen wieder
normale
Köttel produziert ist eine Weiterführung der Diät von ca. 1 Woche
vorteilhaft.
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Zusammenfassung,
wann der Verdacht auf Kokzidien gegeben ist:
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Durchfall der sich trotz Diätmaßnahmen Heu-Wasser nicht in den Griff
bekomme läßt
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Blähbauch der sich hartnäckig hält und ebenfalls aufgrund von
Diätmaßnahmen immer wieder kommt.
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Achtung!
Durch die angeschlagene Darmflora haben leider auch Hefepilze ein Leichtes
sich im Darm der Meerschweinchen breit zu machen. Sind
keine Kokzidien mehr nachweisbar, der Durchfall aber trotzdem noch
vorhanden, ist die Untersuchung auf Hefepilze sehr ratsam.
Auch
hier gibt es gute Mittel, um diesen unerwünschten "Besucher"
wieder loszuwerden.
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Alarmstufe
Rot ist erreicht, wenn das Schweinchen aufgrund des Befalles
nicht fressen möchte,
dann
sorgen Sie bitte dringend für eine "Zwangsernährung" und am
besten mit Critical Care .
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Diese Informationen ersetzten NICHT den Tierarztbesuch !!!! |
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