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Kaninchen tun es – Ratten und Mäuse tun es – Hamster tun es ganz
sicher nicht – und Meerschweinchen? |
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Die
Rede ist von dem, was man im alltäglichen Sprachgebrauch gerne als
Kuscheln bezeichnet. Korrekt ausgedrückt handelt es sich dabei um
Kontaktliegen (also Liegen mit Körperberührung) und um soziale
Fellpflege. Hält man eine Gruppe Mäuse, schlafen die Tiere mit
Vorliebe eng aneinander gekuschelt, auf- und untereinander und
überhaupt in einem großen „Mäusehaufen“. Auch Kaninchen „kuscheln“
gerne, schlecken einander gegenseitig an Stellen ab, an die sie
allein nicht leicht herankommen, und schlafen auf Tuchfüllung.
Mäuse, Ratten und Kaninchen sind eindeutig Kontakttiere. |
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Aber
Meerschweinchen sind doch ein bisschen anders. Während
Meerschweinchen als Jungtiere ebenfalls ausgeprägtes Kontaktliegen
zeigen, sind erwachsene Meerschweinchen sehr auf ihren
Individualabstand bedacht. Es kommt auch selten vor, dass sich
Meerschweinchen, die sich wohl fühlen und entspannt sind, eng
nebeneinander legen, vorausgesetzt natürlich sie haben ausreichend
Platz zur Verfügung. Denn „kuscheln“ tun Meerschweinchen eigentlich
nur, wenn ihnen kalt ist, wenn sie sich fürchten oder sonst unter
starkem Stress stehen und manchmal wenn sie krank sind. Auch
Meerschweinchen-Senioren haben unter Umständen ein höheres
„Kuschelbedürfnis“, was manchen Meerschweinchenhalter freut, wenn er
endlich mit seinem vermeintlichen „Kuscheltier“ auch tatsächlich
kuscheln kann. |
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Natürlich kann es individuell immer besondere Vorlieben geben, aber
im Allgemeinen ist es ein eher schlechtes Zeichen, wenn sich
Meerschweinchen eng aneinanderschmiegen. Viel häufiger beobachtet
man, dass ein Schweinchen in einer Ecke des Käfigs liegt und sich
das andere Schweinchen möglichst weit davon entfernt ausstreckt.
Daher ist es auch so wichtig, dass ausreichend Schlafgelegenheiten
zur Verfügung stehen. Die Mindestanforderung für zwei Tiere sollte
drei räumlich getrennte Schlafplätze beinhalten. Ideal ist es auch,
wenn das Dach eines Häuschens oder eine zweite Ebene als
zusätzlicher Schlafplatz genutzt werden kann, auch wenn nicht alle
Meerschweinchen eine zweite Ebene nutzen. Meine beiden Pärchen
bewohnen im Moment jeweils einen Käfig mit einer Grundfläche von
etwa 1 Quadratmeter und 7 verschiedenen Schlafplätzen, die eifrig
abwechselnd genutzt werden. Außerdem schätzen sie die Möglichkeit,
sich gegenseitig aus dem Weg gehen zu können, sehr. Da meine Käfige
jeweils aus zwei „Zimmern“ bestehen, sprich aus zwei aneinander
gestellten Käfigen, kommt es häufig vor, dass jedes Schweinchen in
einem Käfig schläft. Allerdings ist es nicht so, dass ein Tier
jeweils einen Käfig bevorzugt. Im Gegenteil, es findet ein munterer
Wechsel statt, man schläft einmal gemeinsam in dem einen Käfig,
einmal gemeinsam in dem anderen und dann wieder in getrennten
Käfigen. Das gleiche gilt auch beim Heufressen – nur beim Grünfutter
muss man natürlich möglichst Seite an Seite bleiben, damit man dem
anderen auch wirklich alles wegfressen kann. |
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Und
was bedeutet die Tatsache, dass Meerschweinchen keine ausgeprägten
Kontakttiere sind, in Bezug auf ihren Ruf als Kuscheltiere? Nun ja,
ganz einfach, Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere. Natürlich
gibt es immer wieder Tiere, die kuschelbereiter sind als andere,
aber im Allgemeinen müssen Meerschweinchen lernen, sich ankuscheln
zu lassen. Sie lernen, es zu erdulden, und sie lernen es manchmal
sogar zu schätzen. Aber man muss sich als Halter immer bewusst sein,
dass es für die meisten Meerschweinchen von Anfang an kein Vergnügen
darstellt, gestreichelt, hochgehoben und angedrückt zu werden,
sondern puren Stress. Und so gerne man mit seinen Tieren kuschelt –
und ich kuschle wirklich gern mit meiner Schweinchenbande – muss man
sie langsam daran gewöhnen, auf individuelle Vorlieben Rücksicht
nehmen und die Körpersprache der Tiere immer im Auge behalten, damit
aus dem von Menschen so geschätzten Körperkontakt kein einseitiges
Vergnügen wird. |
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