Sonstiges

Zusätzliche Vitamingaben an Meerschweinchen?

Aus MFIÖ Nachrichten 4/2002, Autor: Dr. Hermann Wenzel

Immer wieder werden wir gefragt, ob Meerschweinchen zusätzliche Vitamintropfen benötigen, bzw. hören wir bei Gesprächen in Tierhandlungen, dass diese sehr oft verkauft werden.

Ein gesundes, halbwegs artgerecht ernährtes und gehaltenes Meerschweinchen, das keinen besonderen Belastungen ausgesetzt ist, braucht keine zusätzlichen Vitamine, nicht einmal dann, wenn es ausschließlich von Heu ernährt wird. Anders ist das natürlich bei kranken, rekonvaleszenten oder tragenden Tieren, die einen erhöhten Vitaminbedarf haben.

Wenn schon Vitamingabe, dann immer einen Cocktail aus allen Bestandteilen ("Multivitamin" = Obst, Gemüse), nicht einzelne Vitamine alleine geben und wenn es sich vermeiden lässt, schon erst recht keine künstlichen Futter- oder Tränkezusätze. Die meisten Vitamintropfen enthalten Zucker, was nicht optimal für die Verdauung ist.

↑↑↑

Pilzbehandlung

Autor Dr. Hermann Wenzel

Die Behandlung von Pilzbefall bei Meerschweinchen kann mühsam und langwierig sein. Bis vor kurzer Zeit wurden Medikamente zur mehrmaligen lokalen und zur Bade- oder Sprühbehandlung dagegen eingesetzt.

Ein Flohmittel für Katzen mit dem Wirkstoff Lufenuron hat zufällig als Nebenwirkung eine hervorragend Wirkung gegen viele Dermatomykosen. Der Wirkstoff lagert sich im Fettgewebe an und wird dann kontinuierlich ins Blut abgegeben, es greift Chitin von Flöhen und deren Larven an. Säugetiere produzieren kein Chitin, deswegen ist es sehr gut verträglich.

Da Zellwände von Pilzzellen auch u.a. aus Chitin bestehen, geht man auch von einer pilzhemmenden Wirkung aus. Allerdings wird das in verschiedenen Studien nicht bestätigt und ist z.B. bei Katzen auch wirkungslos gegen Pilze.

Das Präparat "Program" gibt es als Suspension oder als Tabletten. Man gibt es dreimal im Abstand von 14 Tagen oral ein. Unerwünschte Nebenwirkungen werden keine beschrieben.

↑↑↑

Das "Peppermint Syndrom"

aus Meerschweinchen Nachrichten des MFIÖ 2/2002, Autor Dr. Hermann Wenzel

Es wird im englischen Sprachraum seit einiger Zeit bei weiblichen Tieren öfter eine Art Monatsblutung ("17-Tages-Blutung") beschrieben, der man den Namen "Peppermint Syndrom" oder "mysterious bleeding" gegeben hat. Das widerspricht der bisherigen Auffassung, dass weibliche Meerschweinchen keinerlei physiologische Blutungen haben.

Mehrere Tierhalter aus dem englisch-sprachigen Raum beschrieben in Internet-Foren regelmäßig auftretende Blutungen bei ansonsten gesunden weiblichen Meerschweinchen. Die Erfahrungen von vielen Tierhaltern aus aller Welt, deren Schweinchen untersucht und mit "keine Ahnung, was das ist" beurteilt, teilweise sterilisiert, kastriert oder gar nichts unternommen, wurden hier zusammengetragen und zu interpretieren versucht.

Das erste dokumentierte Schweinchen, das über 1 1/2 Jahre be(miss?)handelt, mit Unmengen von Antibiotika vollgestopft und letztendlich sterilisiert wurde, das war "Peppermint" - daher auch der Name "Peppermint Syndrom". Sie lebte in Kanada und störte sich schon lange nicht mehr an gelegentlichen Blutungen.

↑↑↑

Not- Meerschweinchen

suchen ein Zuhause... [mehr]

Spenden für Not- Meerschweinchen

werden dringend benötigt... [mehr]

letzte
Aktualisierung:

23.11.2013

Kontakt:

Adressen [mehr]

Listinus Toplisten
Listinus Toplisten