Tierschutzgesetz

Tierschutzgesetz

Der Verein der Meerschweinchenfreunde in Österreich betreibt bereits seit 1995 Aufklärungsarbeit im Bereich der Meerschweinchenhaltung. Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, haben eine Infoline: 0699/11 93 00 89 eingerichtet, die über Fragen rund umīs Meerschweinchen Auskunft gibt, haben Meerschweinchen-Ratgeber aufgelegt und versuchen sowohl bei unseren Info-Schauen als auch bei diversen Infoständen über die argerechte Haltung der kleinen Fellnasen Informationen weiterzugeben.

Seit 1.1.12005 ist ein bundesweites Tierschutz in Kraft, welches unsere jahrelangen Haltungsanforderungen nunmehr bestätigt hat. Solltet ihr schwere Haltungsfehler bei jemanden entdecken, versucht zuerst auf privater Ebene Aufklärungsarbeit durchzuführen, ist derjenige beim besten Willen nicht zu überzeugen, ist es manchmal leider auch notwendig, offizielle Stellen einzuschalten.

Ab 1.1.2005 tritt ein neues - erstmals bundeseinheitliches - Tierschutzgesetz in Kraft. Mit gleichem Tag treten auch 10 Verordnungen zum Tierschutzgesetz in Kraft, weitere Verordnungen werden im Laufe des Jahres 2005 erwartet.

Wichtige Punkte des neuen Tierschutzgesetzes sind:

In Anlage 1 zur 2. Tierhaltungsverordnung, welche ebenfalls mit 1.1.2005 in Kraft tritt, werden die Mindestanforderungen für die Haltung von Wirbeltieren, die nicht unter die 1. Tierhaltungsverordnung fallen, über Wildtiere, die besondere Anforderungen an die Haltung stellen und über Wildtierarten, deren Haltung aus Gründen des Tierschutzes verboten ist, festgelegt.

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Passagen, welche Meerschweinchen betreffen:

3. Mindestanforderungen für die Haltung von Kleinnagern.
1. Allgemeine Haltungsbedingungen:
(1) Den Tieren ist ausreichend Beschäftigungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Nagetieren muss Nagematerial in Form von gesundheitlich unbedenklichem Holz, Ästen und dergleichen ständig zur Verfügung stehen.
(2) Die Käfige müssen rechteckig sein. Und je nach Tierart hinsichtlich ihrer Größe mindestens die in 3.2. bis 3.9. festgelegten Abmessungen aufweisen.
(3) Gitterkäfige müssen querverdrahtet sein und aus korrosionsbeständigem und nicht reflektierendem Material bestehen. Die Gitterweite muss so gewählt werden, dass ein Hängen bleiben der darin lebenden Tiere ausgeschlossen ist.
(4) Glasbecken dürfen nur dann Verwendung finden, wenn sie über ausreichend dimensionierte, seitlich angebrachte Belüftungsöffnungen verfügen und oben nicht dicht geschlossen sind.
(5) Die Haltungseinrichtung muss dreidimensional strukturiert sein. Kleinnagern sind Rückzugsmöglichkeiten in Form von Häuschen, Papprollen, Rohren, Wurzeln oder zuvor heiß gebrühter Korkeiche anzubieten. Nagern muss Nagematerial in Form von Holz, Ästen und dergleichen immer zur Verfügung stehen.
(6) Boden und Einstreu müssen ständig in sauberem und trockenem Zustand gehalten werden. Die Einstreu muss so beschaffen sein, dass der gesamte Boden gleichmäßig rutschsicher bedeckt ist. Das verwendete Material muss saugfähig und gesundheitlich unbedenklich sein.
(7) Katzenstreu darf nicht als Einstreu verwendet werden.
(8) Wasser muss in Trinkwasserqualität in Hängeflaschen oder standfesten, offenen Gefäßen stets verfügbar sein. Wasser- und Futtergefäße sind so anzuordnen, dass sie nicht verschmutzt werden können. Futter und Wasser sind täglich frisch zu verabreichen.
(9) Futterheu ist in Heuraufen anzubieten.
(10) Für alle Heimtiere ist ein natürlicher Tag-/Nachtrhythmus einzuhalten.
(11) Werden Tiere in Käfigen gehalten, ist ihnen jedenfalls mehrmals wöchentlich ein Auslauf außerhalb des Käfigs zu ermöglichen.
(12) Die Käfige sind in einer Mindesthöhe von 60 cm aufzustellen.

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3.6. Mindestanforderungen für die Haltung von Meerschweinchen (Caviinae):
(1) Die Tiere sind paarweise oder in Gruppen, jedoch nicht zusammen mit Kaninchen, zu halten.
(2) Die Käfiggröße für 1 bis 2 Tiere muss mindestens 100-60-50 cm (Länge-Breite-Höhe), die Grundfläche für jedes weitere erwachsene Tier mindestens 2000 cm2 betragen.
(3) Den Tieren sind eine Schlafhöhle und erhöhte Liegeflächen anzubieten.

Wer sich das Tierschutzgesetz (BGBl. I Nr. 118/2004) und die Tierhaltungsverordnungen (BGBl. II Nr. 485/2004 und BGBl. II Nr. 486/2004) detailliert durchlesen möchte, dem empfehle ich www.ris.bka.gv.at anzusurfen, auf Rechtsinformationssystem zu klicken, weiter mit "Bundesgesetzblätter authentisch ab 2004" und in"Suchworte" einfach"Tierschutz" eingeben, "Bundesgesetz" sowie "Verordnungen" anhaken und "Suche starten" klicken.

Im neuen Tierschutzgesetz wird unter anderem auch geregelt, dass jedes Bundesland gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (im folgenden: BMGF) einen Tierschutzombudsmann dessen Funktionsperiode 5 Jahre beträgt, zu bestellen hat. Ebenso wird ein Tierschutzrat beim BMGF eingerichtet. Alle 2 Jahre wird ein Tierschutzbericht erstellt, um die Entwicklung des Tierschutzes in Österreich zu beobachten, zu evaluieren und gegebenenfalls zu verbessern.

Gemäß Tierschutzgesetz hat der Tierschutzombudsmann die Aufgabe, die Interessen des Tierschutzes zu vertreten. Er soll eine Anlaufstelle für alle Fragen, Anregungen und Beschwerden in Tierschutzangelegenheiten sein. Die Behörden haben den Tierschutzombudsmann bei der Ausübung seines Amtes zu unterstützen. Für die Vollziehung des Tierschutzgesetzes ist die Bezirksverwaltungsbehörde (zB in Wien der Magistrat) zuständig.

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Für das Bundesland Wien fungiert Tierschutzombudsmann Mag. Hermann Gsandtner. Die Tierschutzombudsstelle Wien schildert ihre Aufgaben auf wie folgt:

Die Kontaktadressen zu den Tierschutzombudsleuten in Österreich finden sie hier.

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letzte
Aktualisierung:

23.11.2013

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